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Kohle und Erdgas - Teil 2 der Serie

Kohle und Erdgas - Atomausstieg mit fossilen Energien


Der Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima I markiert einen tiefen Einschnitt in der weltweiten Energieversorgung. Die Atomkraft wird vielerorts in Frage gestellt, der Umstieg auf alternative Energiequellen gefordert. Das ist möglich, erfordert aber große Anstrengungen. In einer Serie beleuchten wir die Stromversorgung der Bundesrepublik. Teil zwei beschäftigt sich mit einem dem Atomausstieg mit fossilen Energien: Kohle und Erdgas.


Fossile Energien wie Kohle und Erdgas können den Atomausstieg unterstützen.

Die Kernkraftwerke abschalten - diese Forderung ist leicht gestellt. Doch so plausibel sie auch sein mag - ohne Ersatz geht es nicht. Bei E.ON hoffte man deshalb bereits kurz nach dem Unfall auf eine Renaissance der Kohle und neuen Schwung für die teuren neuen Kraftwerksprojekte, deren Bau auf halbem Wege stockt und gegen die Anwohner und Umweltschützer vor Gericht ziehen. 


Die Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung reagierte mit einer Warnung vor einer verstärkten Nutzung der Kohle, die sämtlichen Klimaschutzzielen widersprechen würde.


Denn Stromproduktion aus Kohle ist nicht gerade umweltschonend und verursacht unter den fossilen Energieträgern die h

öchsten Emissionen. Mit modernen Filteranlagen lassen sich zwar die Stäube und Schadstoffe ganz gut aus den Abgasen filtern. Auch der Wirkungsgrad ist - moderne Technik und Nutzung der Abwärme vorausgesetzt - inzwischen ganz passabel. Allerdings macht das die Kraftwerke teuer und störanfällig. 


Das mussten beispielsweise die Stadtwerke Cottbus mit ihrem hochmodernen Braunkohle-Wirbelschicht-Heizkraftwerk erfahren. Immer wieder gab es Schwierigkeiten, die Fernwärmeversorgung musste teuer mit Erdgas und Öl aufrecht gehalten werden. Das Ergebnis: Ein hoher Schuldenberg. Investitionen in erneuerbare Energien können sie sich in Cottbus vorerst kaum leisten.


Kohle mit CO2-Problemen


Das als Klimakiller in Verruf geratene CO2 lässt sich ohnehin nicht einfach filtern. Das Gas muss aufwändig abgeschieden und im Untergrund verpresst werden - das kostet Energie und verdirbt den Wirkungsgrad. Die CCS (Carbon Dioxide Capture and Storage) genannte Technik steckt zudem noch in den Kinderschuhen. Kohle kann deshalb kurzfristig nicht zu einem umweltfreundlichen Atomausstieg beitragen. 


Später wird sie aber nicht mehr gebraucht, weil dann genug Strom aus erneuerbaren Energiequellen zur Verfügung stehen soll. Offen ist auch, ob die geplanten Kohlendioxid-Lagerstätten sicher und dauerhaft dicht sind. Unter den Anwohnern löst ein geplantes CO2-Endlager jedenfalls ähnliche Begeisterungsstürme aus wie die Aussicht auf eine Atommülldeponie vor der Haustüre.


Umstritten ist auch die Kohleförderung. Bei der Steinkohle ist Deutschland ähnlich wie bei Öl und Gas von Importen abhängig. In den Förderländern sorgt der Abbau für Umweltschäden, häufig gibt es Minenunglücke. Längst nicht alle gehen so glimpflich aus wie das im Herbst 2010 in Chile, bei dem die Bergleute vor laufenden Kameras aus der Tiefe gerettet werden konnten. Braunkohle dagegen ist ein heimischer Rohstoff und wird nach wie vor auch in der Bundesrepublik abgebaut. Für die riesigen Tagebaue müssen aber ganze Landstriche geopfert und Dörfer abgebaggert werden.


Natürlich spricht auch etwas für die Kohle: Sie ist vergleichsweise günstig, die Technik erprobt, die weltweiten Vorräte reichen trotz des weltweit wachsenden Kohlehungers nach Meinung der meisten Experten noch weit über 100 Jahre. Außerdem produzieren Kohlekraftwerke unabhängig von Wind und Wetter Strom und können damit ohne großen Aufwand die Grundlast sichern. 


Die erneuerbaren Energien können die nur träge regelbaren Kohlekraftwerke aber - ähnlich wie AKWs - nur schlecht ergänzen. Und: Wer Atommeiler durch Kohleöfen ersetzt, ersetzt die Gefahr eines Super-Gaus nur durch den drohenden Klima-Gau.


Erdgas als Brücke in den Atomausstieg


Alternativen? Erdöl ist viel zu knapp und teuer, um es in großem Stil in Kraftwerken zu verheizen. Bleibt noch Erdgas. Unter allen fossilen Energieträgern verbrennt es am saubersten und verursacht den geringsten CO2-Ausstoß. Große Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerke erreichen zudem wesentlich höhere Wirkungsgrade als Kohlekessel. 


Sowohl große Gasturbinen als auch kleine Blockheizkraftwerke können schnell auf Lastanforderungen reagieren und ergänzen damit den Ausbau der erneuerbaren Energien ideal: Wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint, können mit Erdgas beheizte Kraftwerke innerhalb von Minuten die Grundlast übernehmen. Eine spätere Umstellung auf Biogas - auch teilweise - ist problemlos möglich.


Nachteile gibt es natürlich auch beim Erdgas: zum einen die Abhängigkeit von Importen. Vorwiegend stammen sie aus Ländern, die nicht gerade als lupenreine Demokratien gelten. Und zum anderen die Umweltschäden durch neue Fördermethoden wie das "Fracking". Sie erschließen jedoch erst die riesigen Gasvorkommen, die eine Stromversorgung mit Erdgas interessant werden lassen und die Preise derzeit niedrig halten. Deshalb sollte auch Gas unter Umweltaspekten möglichst schnell durch regenerative Energiequellen ersetzt werden.



Lesen Sie deshalb in Teil drei unserer Serie, welches Potential die erneuerbaren Energien für die Energieversorgung in Deutschland haben und wie schnell ihre Nutzung ausgebaut werden kann.


Atomkraft oder Ökostrom - die Zukunft der Stromversorgung

Atomkraft: Nutzung der Kernenergie und Atomausstieg - Teil 1

Erneuerbare Energien: Atomausstieg mit Ökostrom - Teil 3

Netzausbau und Strom sparen: Voraussetzungen für mehr Ökostrom - Teil 4

Europa und Atomausstieg: Kernenergie bei den Nachbarn - Teil 5


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