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Erneuerbare Energien - Teil 3 der Serie

Erneuerbare Energien: Atomausstieg mit Ökostrom

Der Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima I markiert einen tiefen Einschnitt in der weltweiten Energieversorgung. Die Atomkraft wird vielerorts in Frage gestellt, der Umstieg auf alternative Energiequellen gefordert. Das ist möglich, erfordert aber große Anstrengungen. In einer Serie beleuchten wir die Stromversorgung der Bundesrepublik. Lesen Sie in Teil drei, wie die erneuerbaren Energien die Deutschen mit Ökostrom beliefern können.


Erneuerbaren Energien: Ökostrom nach dem Atomausstieg auch Kohlekraftwerke ersetzen.

17 Prozent - so viel trugen die erneuerbaren Energien 2010 zur Stromversorgung in Deutschland bei. Oder auch: So wenig. Denn allein die Atomkraftwerke lagen vor ihrer Teil-Abschaltung nach der Havarie in Japan bei mehr als 22 Prozent. Mittelfristig sollen Wind, Sonne und Wasser aber auch einen großen Teil der fossilen Energien ersetzen. Eine Herkules-aufgabe. Trotz aller Fördermilliarden, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG über den Betreibern der Öko-Kraftwerke ausgießt, legte der Ökostrom bisher nur langsam zu. Laut Bundesumweltministerium stieg sein Anteil am gesamten Stromverbrauch von 2009 auf 2010 um 0,5 Prozentpunkte.


Ganz so aussichtlos, wie diese Zahlen erscheinen, ist der Umstieg auf die erneuerbaren Energien aber nicht. Denn es gilt: Aller Anfang ist schwer. Während dank Forschung und Entwicklung die Effizienz und damit die Energieausbeute der Öko-Kraftwerke steigt, sinken gleichzeitig die Kosten, nicht zuletzt dank höherer Stückzahlen. 


Diese Nachfrage hat das EEG mit angekurbelt. Für eine Kilowattstunde Ökostrom muss heute bereits wesentlich weniger Geld in die Hand genommen werden als vor fünf Jahren. Zudem steigt die Bereitschaft von Investoren, Geld in diese Technologien zu stecken. Zahlreiche Experten halten den Atomausstieg auf Basis der erneuerbaren Energien deshalb durchaus für machbar.


Erneuerbare Energien ermöglichen Atomausstieg bis 2020


Als Zeithorizont werden die nächsten fünf bis zehn Jahre genannt. Nach Ansicht der Deutschen Energieagentur wäre zumindest der unter Rot-Grün beschlossene Atomausstieg bis 2020 ohne Preissprünge beim Strom umsetzbar. Das Verschwinden der Reaktorkuppeln und Kühltürme würde die Landschaft aber drastisch verändern: Windräder, Solarzellen, Hochspannungsleitungen und Energiepflanzen müssten zu einem normalen Anblick werden, um die wegfallenden Kraftwerkskapazitäten zu kompensieren und zunehmend auch die schmutzigen Kohlekraftwerke zu ersetzen.


Große Offshore-Windparks vor der Küste und zahlreiche kleinere Windräder an Land könnten bis 2020 bereits ein Viertel des deutschen Strombedarfs decken, rechnete der Bundesverband Windenergie schon vor Fukushima vor. Auch das Bundesumweltministerium geht von 25 Prozent Windstromanteil aus - allerdings erst bis 2025. Doch dazu müssten Länder und Gemeinden mitspielen und Flächen für die Windenergie ausweisen. 


Noch behindern restriktive Gesetze in etlichen Bundesländern den Ausbau, beklagen Windkraft-Befürworter. Neben neuen Windrädern bietet auch das so genannte Repowering Potential: der Austausch alter leistungsschwacher Turbinen gegen neue - ohne dass ein weiteres Windrad in die Landschaft gesetzt werden muss.


Die Wasserkraft trägt ebenfalls bereits nennenswert zur Produktion von Ökostrom bei. Hier sind die Ausbaupotentiale aber begrenzt. Es gibt einfach schon relativ viele Wasserkraftwerke. Lediglich die Effizienz bestehender Anlagen kann gesteigert werden, Neubauten sind - auch aus Gründen des Arten- und Landschaftsschutzes - kaum noch möglich. Nicht unumstritten ist auch die Nutzung von Biomasse. Einerseits ist Biogas grundlastfähig - es kann wetterunabhängig rund um die Uhr Ökostrom zur Verfügung stellen. 


Aber der Anbau der Energiepflanzen verschlingt große Flächen, führt zu Monokulturen und macht Lebensmittel teurer. Ihre Düngung setzt große Mengen an Klimagasen frei. Ohne Steigerungen beim Biogas wird es zwar nicht gehen - Umweltschützer wünschen sich aber mehr Nachhaltigkeit, zum Beispiel durch die verstärkte Nutzung von Biomüll, Gülle und anderen Abfallprodukten.


Photovoltaik mit hohen Kosten für Ökostrom


Solarzellen erlebten in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom. Investitionen, Zubau, neu geschaffene Arbeitsplätze - überall führt die Photovoltaik die Öko-Energie-Statistiken an. Nur nicht bei der Stromproduktion. Im vergleichsweise sonnenarmen Deutschland ist die Ausbeute noch zu gering. 


Auch wenn man beim Bundesverband Solarwirtschaft hofft, bereits in wenigen Jahren Strom zu marktfähigen Preisen produzieren zu können, und auch wenn die Ausbeute der Module steigt und ihre Preise sinken - das Rückgrat einer Versorgung mit Ökostrom werden Solarzellen in Deutschland nicht werden. Sie können die Stromversorgung nur ergänzen. Wesentlich größeres Klima-Potential hat da schon die Unterstützung von Heizungen mit Solarkollektoren.


Andere erneuerbare Energien, wie Gezeitenkraftwerke oder Geothermie, werden auf absehbare Zeit nur eine Nebenrolle spielen. Auch die Nutzung von Deponie-, Gruben- und Klärgas ist zwar sinnvoll, kann aber die Energiewende nicht tragen. Einen grenzenlosen Energiehunger können die erneuerbaren Energien also nicht stillen. Daher kann der Ausstieg aus den fossilen Energien und der Atomkraft nur gelingen, wenn zwei wesentliche Rahmenbedingungen erfüllt sind: Mehr Energieeffizienz, damit der grüne Strom auch reicht - und ein schneller Umbau der Stromnetze.


Lesen Sie in Teil vier der Serie, wie ein schneller Netzausbau und Stromsparen zu einer zukunftsfähigen und klimaschonenden Stromversorgung beitragen sollen.


Atomkraft oder Ökostrom - die Zukunft der Stromversorgung

Atomkraft: Nutzung der Kernenergie und Atomausstieg - Teil 1

Kohle und Erdgas: Atomausstieg mit fossilen Energien - Teil 2

Netzausbau und Strom sparen: Voraussetzungen für mehr Ökostrom - Teil 4

Europa und Atomausstieg: Kernenergie bei den Nachbarn - Teil 5


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