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Neue Windparks bringen Millionen


windWERT 2011 informierte über 200 Gäste

 

 Husum - Die Gewerbesteuer fließt in Schleswig-Holstein. 40 Millionen Euro pusteten Windkraftprojekte in der Vergangenheit jährlich in die Gemeindekassen. Durch weitere Anlagen auf den neu ausgewiesenen Windeignungsflächen könnten in den kommenden Jahren noch einmal 30 Millionen Euro dazu kommen. Das rechnete Holger Arntzen von windcomm schleswig-holstein gestern (30. August) den über 200 Teilnehmern der Konferenz windWERT im "Haus der Wirtschaft" in Kiel vor. Die Windkraft-Netzwerkagentur hatte die Neuordnung der Regionalpläne zum Anlass genommen, um umfassend über Planung, Finanzierung, Versicherungs-und Steuerfragen, Gesellschaftskonstrukte, Neuerungen durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie Service- und Wartungskonzepte für Windkraft-Projekte zu informieren. Die Resonanz war so groß, dass nicht mehr alle Anmeldewünsche berücksichtigt werden konnten.

Unter dem Titel "MehrWertschöpfung aus Wind" trug Holger Arntzen Aspekte der regionalen Wertschöpfung durch Windparks vor: Pachteinnahmen, Steuereinnahmen, Nettolöhne und der Gewinn aus dem Betrieb. Ist der Windparkbetreiber in der Gemeinde ansässig, in der die Windmühlen stehen, profitiert die Kommune besonders: Durch die Gewerbesteuer, das höhere Einkommen ihrer Bürger und die Arbeitsplätze. Bürgerwindparks haben - besonders an der schleswig-holsteinischen Westküste - entscheidend zur hohen Akzeptanz der Windkraft beigetragen. Bei diesem Betreibermodell treten die Einwohner der Windpark-Gemeinde als Mitinvestoren in einer GmbH oder GmbH & Co. KG auf.

Viele Windparkprojekte kommen jedoch nicht ohne finanzstarke Großinvestoren, zum Beispiel Energieversorgungsunternehmen, aus. "Es ist wichtig, dass die Investorengruppen zusammenarbeiten und von Anfang an die betroffenen Gemeinden mit einbeziehen", sagte Torsten Levsen, Vorstand des Projektentwicklungsunternehmens Denker & Wulf. Für den Bau neuer Windparks in den neuen Windeignungsflächen in Schleswig-Holstein sind Investitionen in Höhe von etwa drei Milliarden Euro erforderlich. Die gute Nachricht für potenzielle Fremdkapitalgeber brachten Asmus Thomsen von der VR-Bank Niebüll und Wolfgang Mommsen von der Nord-Ostsee-Sparkasse mit: "Null Forderungsausfälle bei Windkraftprojekten".

Die großen Windanlagenhersteller REpower und Vestas präsentierten ihre Service- und Wartungsleistungen. Beide empfehlen ihren Kunden, zusammen mit den Windkraftanlagen ein "Rundum-Sorglos-Paket" ˆ bei Vestas heißt es AOM 4000, bei REpower ISP-Vertrag ˆ zu erwerben, welches die regelmäßige Wartung, Online-Überwachung und gegebenenfalls den Austausch von Großkomponenten einschließt. Ganz ohne eine zusätzliche Versicherung kommen Windmüller jedoch nicht aus. Katharina Knox von der Generalagentur Knox aus Husum stellte die Policen vor, mit denen sich Windparkbetreiber gegen Blitzschlag, Brand und ähnliche Ereignisse absichern können.  Zusammen mit dem Vortrag von Henning Holst vom gleichnamigen Ingenieurbüro, der einen detaillierten Plan von der ersten Einwohnerversammlung bis hin zur Informationsveranstaltung für Kommanditisten vorstellte, wurde die Konferenz fast zu einer Gebrauchsanleitung für die Windparkplanung. Die 150 gedruckten Exemplare des "Leitfadens Bürgerwindparks" der windcomm schleswig-holstein waren bereits in der Mittagspause vergriffen. "Wir stehen zur Verfügung, um neue Windparkprojekte zu begleiten und umzusetzen und dadurch zur Stärkung der Windbranche in Schleswig-Holstein beizutragen", betonte Matthias Volmari, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbands windcomm schleswig-holstein e.V.

Weitere Informationen und Möglichkeiten zum Download des "Leitfadens Bürgerwindparks" unter 

http://www.windcomm.de.

 

Husum, den 31. August 2011



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