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Schleswig-Holsteins Zukunftskonzepte - Windbranche diskutiert Standortprofil

windcomm schleswig-holstein - Netzwerkagentur Windenergie, Husum


Husum (iwr-pressedienst) - Welches Standortprofil muss Schleswig-Holsteins Windenergiebranche entwickeln, um sich im internationalen Wettbewerb um Arbeitsplätze, Ansiedlung und Investitionen zukunftsfähig aufzustellen? Diese Frage erörterten über 170 Experten zusammen mit Vertretern der Landesregierung und des Schleswig-Holsteinischen Landtages im Rahmen des ersten Parlamentarischen Abends der windcommunity schleswig-holstein am 30. Juni im Kieler Landeshaus. Veranstalter waren das Branchennetzwerk windcomm, die Forschungsgenossenschaft CEwind und die Husumer Messegesellschaft.

Wirtschaftsminister Jost de Jager diskutierte mit Ulla Meixner, Vorsitzende des Finanziererbeirates des Bundesverbandes WindEnergie e. V., und Matthias Volmari, Vorstandsvorsitzender des windcomm schleswig-holstein e. V., Themen wie den Netzausbau, die Entwicklung der Häfen und die Zukunft der Messe Husum WindEnergy. "Wir brauchen ein attraktives Gesamtangebot, um Investoren nach Schleswig-Holstein zu holen", betonte de Jager. "Dazu gehören Häfen, die für die Produktion und Installation von Bauteilen für Offshore-Windparks sowie für Service- und Versorgungsleistungen geeignet sind." Als Beispiel nannte er den gerade fertiggestellten Schwerlasthafen in Osterrönfeld. "Auch der Netzausbau muss beschleunigt werden, damit Schleswig-Holsteins Windkraft weiter ausgebaut und der Strom abtransportiert werden kann."

Den Stellenwert der Messe Husum WindEnergy für die regionale Wirtschaft und das Regionalmarketing unterstrich Peter Becker, Geschäftsführer der Husumer Messegesellschaft. "Von rund 900 Austellern kamen im vergangenen Jahr 77 aus Schleswig-Holstein, um ihre Produktinnovationen einem internationalen Publikum zu präsentieren." Auch der Anteil ausländischer Besucher sei in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. 2010 kamen über 12.500 Gäste, also rund ein Drittel aller Messebesucher, aus 85 Ländern. "Nur im direkten Dialog können wir Unternehmen von Schleswig-Holsteins Standortstärken überzeugen", erklärte Becker, der mit einem neu entwickelten Standortkonzept optimistisch in die Zukunft blickt. "Die Husum WindEnergy muss in Schleswig-Holstein bleiben", unterstützte ihn Jost de Jager.

Einigkeit herrschte unter den Experten darüber, dass die Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Aus- und Weiterbildung zukünftig steigen müssen. "Wir brauchen ein höheres finanzielles Engagement in der angewandten Forschung und ausreichend Windtestfelder, um neue Technologien zu erproben", gab Professor Alois Schaffarczyk, Vorstand der Forschungsgenossenschaft CEwind e. G., zu bedenken. Derzeit kann der Bedarf an Fachkräften kaum noch gedeckt werden. "Wir entwickeln maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote für den internationalen Onshore-und Offshore-Markt, die im September mit einem Pilot-Lehrgang an der Fachhochschule Flensburg beginnen", erläuterte Schaffarczyk.

Das Speichern von Windstrom zu Starkwindzeiten und die Bereitstellung von Energie bei entsprechendem Bedarf ist technisch keine Zukunftsmusik mehr. "windcomm begleitet mit seinen Partnern gerade mehrere Projekte in Schleswig-Holstein. Darunter sind auch Demonstrationsvorhaben, mit denen wir im internationalen Vergleich punkten können" berichtete windcomm-Vorstand Volmari. Er zeigte sich überzeugt, dass die Verbindung zwischen der Wind- und der Speichertechnologie der richtige Weg ist.

Darüber hinaus ist ein beschleunigter Netzausbau für die Zukunft der Windenergie von entscheidender Bedeutung. "Schleswig-Holstein wird sich auch hier zukunftsweisend aufstellen", betonte Ulla Meixner. "Anhand von Pilotregionen wie Nordfriesland werden wir zeigen, dass ein schneller Netzausbau unter Einbindung der Bevölkerung möglich ist". Damit wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende gemacht und Schleswig-Holstein als Windland gut positioniert.


Husum, den 01. Juli 2011



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