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Mit Offshore-Windkraft zurück an die Spitze!



Schleswig-Holstein präsentiert seine Standortstärken

Husum (iwr-pressedienst) - Mit der Realisierung des Ostsee-Windparks Baltic I und der ersten Windkraftanlagen im Nordsee-Projekt Bard I wurden die ersten kommerziell betriebenen Windparks auf See auf den Weg gebracht. Damit steht die Branche erst am Anfang. Über 20 weitere Windparks sind in der Nordsee genehmigt; vier in der Ostsee. Davon werden allein acht Offshore-Projekte vor der Westküste Schleswig-Holsteins zwischen 2011 und 2015 gebaut. Mit ihrer Realisierung erwarten Branchenexperten Milliardeninvestitionen für Bau, Betrieb und Netz-anbindung sowie hohe Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzpotenziale für Küstenstandorte. Grund genug, das einzige Bundesland mit zwei Küstenlinien so zu positionieren, dass ein möglichst großer Teil der Wertschöpfung zwischen Kiel und Husum verbleibt.

Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte die Netzwerkagentur windcomm schleswig-holstein in ihrer Offshore-Strategie zusammen mit den Wirtschaftsförderern des Landes und den Aus- und Weitbildungsinstitutionen im Kieler Wirtschaftsministerium auf die hohen Standortpotenziale hingewiesen und Entwicklungswege aufgezeigt. Empfehlungen waren z. B. den Ausbau und die Vernetzung bestehender Häfen zu verbessern, Forschung und Entwicklung voranzubringen sowie die notwendige Ausbildung von Ingenieuren und Technikern sicherzustellen, um sich am Offshore-Markt zu etablieren. Außerdem sollte nach Auffassung von windcomm die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Branchen, wie der Wind- und maritimen Branche, verbessert und regional ansässige Unternehmen gestärkt werden.

Seit der Vorstellung der Strategie ist viel geschehen

Schleswig-Holsteinische Unternehmen wie die NOBISKRUG GmbH bieten Fundamente und Umspannplattformen für Offshore-Windparks an, die in Kiel bzw. Rendsburg gefertigt werden. Auch die Baltic-Werft aus Lübeck und die Flensburger Schiffswerft haben ihre Produktpaletten für den Offshore-Markt erweitert. In Lübeck hat sich auf dem Gelände der LMG Maschinenbau GmbH die Wilms-Gruppe angesiedelt, um Turmsegmente auch für den Offshore-Markt zu fertigen. Außerdem erweitert der Windkraftanlagenhersteller Vestas gerade seinen Standort und baut ein neues Generatorenwerk. Von Lübeck aus soll der ganze Konzern mit den neusten Technologien beliefert werden. Im nordfriesischen Enge-Sande entsteht ein Ausbildungszentrum für die Weiterbildung von Service-Technikern für den Einsatz auf See. Zudem beginnen viele Service- und Wartungsanbieter aus der Onshore-Branche ihre Dienstleistungen für den Offshore-Einsatz anzupassen. "Wir haben eine Vielzahl sehr innovativer Unternehmen in Schleswig-Holstein, die schon jetzt Spitzenprodukte und Dienstleistungen weltweit anbieten können", ist Matthias Volmari, Projektleiter der Netzwerkagentur windcomm schleswig-holstein, überzeugt. "Nun möchten wir unsere gesamten Standortvorteile stärker nach außen kommunizieren."

Auch im Bereich der Hafenentwicklung tut sich etwas in Schleswig-Holstein. Gerade wurde der Neue Hafen Kiel-Canal fertig gestellt. Ein Schwerlasthafen in bester Lage in Osterrönfeld, der besonders für die Windbranche optimale Voraussetzungen bietet. Auch im Brunsbütteler Hafen wächst der Umschlag von Windkraftkomponenten stetig. Unlängst wurden die Rotorblätter für ein internationales Offshore-Projekt in der Irischen See verschifft. Außerdem möchte Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig Teile des Marine-Geschwader-5-Geländes für die Windbranche entwickeln. Des Weiteren haben sich die Häfen an der Nordseeküste des Landes zu einer Hafenkooperation zusammengeschlossen, um der Branche maßgeschneiderte Lösungen von der Errichtung bis zum Service-Einsatz anzubieten. Die Häfen in Brunsbüttel und Osterrönfeld werden hierbei von den Angeboten an den Standorten Büsum, Dagebüll, Helgoland, Hörnum und List auf Sylt, Husum sowie Wyk auf Föhr ergänzt. Dabei werden gerade die kleineren Häfen wichtige Aufgaben für schnelle Reparaturen und die Versorgung der Offshore-Windparks übernehmen. Somit kann die gesamte Bandbreite an notwendigen Dienstleistungen von Schleswig-Holstein aus angeboten werden. "Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, denn ein Hafen allein reicht nicht für die Errichtung und Versorgung eines Windparks auf See", erläutert Frank Schnabel, Sprecher der Hafenkooperation.

"Auch wenn wir nach einem Jahr Umsetzungsarbeiten viel erreicht haben, bezüglich der Optimierung der Häfen in Hörnum, Büsum, Husum und Brunsbüttel muss noch einiges geschehen. Aber wir arbeiten gut mit dem Land zusammen, so dass wir auch hier unsere Hausaufgaben machen werden", gibt sich Volmari optimistisch. Von den Standortstärken Schleswig-Holsteins konnten sich Vertreter der regionalen und überregionalen Medien im Rahmen einer von windcomm organisierten Pressefahrt überzeugen. Auf dem Programm standen Besuche des Neuer Hafen Kiel-Canal, der Brunsbütteler Häfen sowie der Firma NOBISKRUG. Außerdem berichteten Aus- und Weiterbildungsanbieter über ihre Arbeit sowie die regionalen Wirtschaftsförderer über aktuelle Entwicklungen an den Standorten Kiel, Lübeck und Helgoland. Fazit der Reise war: Schleswig-Holstein ist als Standort für die Windbranche, egal ob an Land oder auf See, zurück an der Spitze.


Husum, den 01. Juni 2011


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